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Aktuelles Thema - 02/2001

Der sichere Aktientipp für alle Börsenlagen

Oder warum Banken stets eine gute Geldanlage sind

Während im Jahr 2000 der Kursrutsch an den deutschen Börsen rund 250 Milliarden Euro vernichtete und die Schwäche der deutschen Aktienkultur offenbarte, konnten Banken in den ersten drei Quartalen Rekordgewinne einfahren.

Deutsche Bank Dresdner Bank Hypo Vereinsbank
1999: 2,4
2000: 4,9
1999: 0,7
2000: 1,1
1999: 0,15
2000: 0,75
Gewinne deutscher Banken in Milliarden Euro

Ganz gleich in welcher Richtung sich Dax und Nemax bewegen, die Banken verdienen immer. Vor allem das Geschäft mit Aktien und anderen Wertpapieren läuft aus der Sicht der Finanzhäuser wie geschmiert. Ein tief gestaffeltes System von Gebühren, Aufschlägen und Provisionen sichert hohe Gewinne.
Beispiel Dresdner Bank:
Allein durch Provisionen wurden im letzten Jahr Millionen erwirtschaftet.

Wie Banken bei Aktienemissionen verdienen

Viel Geld ist damit verdient, Aktien junger Firmen mit flotten Namen und großen Versprechungen an die Börse zu bringen. Anstatt die Unternehmen selbst mit Kapital zu versorgen, sammeln die Geldhäuser das Kapital an der Börse ein. Anleger, die nun an die Stelle der traditionellen Kreditgeber treten, übernehmen damit auch deren Risiko.

Zum Vergleich: Mitte der 90er Jahre wurden etwa 20 Firmen von den Banken an die Börse gebracht. Im Jahr 2000 waren es 194 IPO´s (Initial Public Offering, erster Börsengang).

Wie einträglich ist dieses Geschäft ist, zeigt der Überblick:

  • Beratungsprovision: Beratung des Unternehmens und Organisation des Börsengangs. Honorar: in der Regel 4 bis 6 Prozent des Emissionsvolumens

  • Vorbörsliche Beteiligung: Erwerb einer Unternehmensbeteiligung zu Vorzugskondition vor dem Börsengang; Verkauf nach Emission.
    Gewinn: abhängig vom Kursverlauf der Aktie.
    Beispiel Gigabell:
    So kassierte die Bank im Vorfeld des IPO´s 165 Tausend Aktien zu einem Euro. Da die Bank den Emissionspreis auf 38 Euro festlegte, brachte ihr dieses Manöver zur Provision in Höhe von 2,5 Millionen, noch einmal 6 Millionen Euro ein.

  • Greenshoe: Ausübung der Option, bei hoher Nachfrage ein zusätzliches Aktienpaket vom Unternehmen einzufordern und am Markt zu plazieren.
    Gewinn: abhängig vom Kursverlauf der Aktie
    Beispiel Consors:
    Die Aktie des Direkt Brokers zog mit der Erstnotiz von 33 auf 76 Euro an, was den Konsortialbanken dank Greenshoe eine zusätzliche Einnahme von 47,3 Millionen Euro bescherte.

Banken nutzen die gesamte Wertschöpfungskette

Sie feilen mit Börsenkandidaten an den Geschäftsplänen, bestimmen den Emissionspreis und sorgen danach mit entsprechenden Analystenstimmen für ein positives Börsenumfeld.
Beispiel EM.TV:
Bei rund 90 Euro empfahlen die Banken die Aktie zum Kauf. Damals war die Firma ähnlich viel wert wie die Lufthansa.

Kurspflege gehört zu den Geschäftsmethoden, die als "erlaubte" Eingriffe in das Börsengeschehen bekannt sind.
Beispiel Telekom:
Banken griffen dem Dax-Schwergewicht kurz nach dem dritten Börsengang mit Schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro unter die Arme.

Natürlich gehört auch die Börse selbst mehrheitlich den Finanzinstituten. Der Aufsichtsratschef der deutschen Börse AG ist gleichzeitig Chef der deutschen Bank .

Fazit

Diese und weitere Tatsachen machen die meisten Bankentitel zu einem heißen Aktientipp (und vielleicht auch zu einem Fall für die Börsenaufsicht).

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