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Boersennotruf Special - Die Grundlagen des Daytrading - Druckversion

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Einleitung - Der Reiz des schnellen Geldes

Fasziniert Sie das hektische Treiben an den großen Finanzmärkten der Welt? Träumen Sie von schnell verdientem Geld? In diesem Boersennotruf Special erfahren Sie, was es auf sich hat mit dem "Mythos Daytrading" und vor allem welche Risiken damit verbunden sind.

Teil 1 - Einführung zum Daytrading

Teil 2 - Voraussetzungen zum Daytrading

Teil 3 - Handelsstrategien beim Daytrading

Teil 4 - Varianten des Daytrading

Teil 5 - Daytrading mit Index-Futures

Anhang - Linkliste zu den einzelnen Teilen


Teil 1 - Einführung zum Daytrading

So viel vorab: Daytrading ist nichts für Einsteiger und Abzocker, die schnell ein paar Euro machen wollen, sondern ein hartes Geschäft für erfahrene Profis.

Das unterschätzte Risiko

Das Privileg des Echtzeithandels war noch vor Jahren den Bankern an den Weltbörsen vorbehalten. Heute kann sich jeder Privatinvestor über PC, Internetzugang und Online Broker als Aktienhändler betätigen. Erfahrung und Kenntnisse sind dazu meist nicht notwendig. Die meisten Privatanleger unterschätzen jedoch das Risiko und die hohen Anforderungen.

Ohne fundierte Kenntnisse, Erfahrung und Investitionen in Informationsmedien hat der Privatinvestor nicht die geringste Chance, mit echten Aktienprofis zu konkurrieren. Daher sollten Sie sich erst das nötige Wissen aneignen, und dann die ersten rechtsgültigen Geschäfte mit kleineren Geldsummen tätigen.

Das ständige Bewerten einer Vielzahl von Informationen und der dauernde Entscheidungsdruck setzt auch eine gewisse psychische Belastbarkeit voraus, die Sie nicht unterschätzen sollten.

Vorteile des Daytrading

Mit Daytrading nutzen Sie die Möglichkeit, mit relativ kleinen Geldsummen in kürzester Zeit Gewinne zu realisieren. Sie können Gewinne bei steigenden (long) und fallenden Kursen (short) machen. Vor allem mit Index-Futures können Sie direkt auf die Marktentwicklung spekulieren.

Als bestes Beispiel eignet sich der Tageskursverlaufs des DAX (Deutscher Aktien Index). Bei einer Futuresposition auf den fallenden, bzw. steigenden DAX können Sie durch jede Punkteveränderung 25 Euro Gewinn erzielen. Da der Index an manchen Tagen Schwankungen von teilweise 100 Punkten durchläuft, sind hier theoretisch fantastische Gewinne aber natürlich ebenso extreme Verluste möglich.

Nachteile des Daytrading

Auf der anderen Seite birgt das Daytrading natürlich auch hohe Risiken. Durch häufige Käufe, bzw. Verkäufe ist es nicht möglich, bei einer Fehlauswahl einfach abzuwarten und zu hoffen, dass der Kurs in ein paar Jahren wieder steigt. Schlechte Positionen müssen trotz eines kleinen oder größeren Verlusts wieder geschlossen werden, um weiter mit dem eingesetzten Kapital handeln zu können und um sich vor einem eventuell noch größeren Kurseinbruch zu schützen.

Ein noch erheblicheres Risiko stellen Futuresanlagen dar, da der Anleger einen Totalverlust und sogar noch eine Nachschusspflicht erleiden kann. Daher ist hier äußerste Vorsicht geboten. Auf dieses Terrain sollte sich nur der erfahrene Trader wagen.
(mehr unter: Teil 5: Daytrading mit Index-Futures).


Teil 2 - Voraussetzungen zum Daytrading

Ohne die entsprechende Ausrüstung und die richtigen Informationen fahren Sie von Anfang an auf der Verliererstraße.

Technische Ausstattung

Die technische Austattung zum Daytrading wird i.d.R. vom Broker für die entsprechende Handelsplattform vorgegeben. Es werden sowohl browserbasierte Systeme als auch eigene Tradingprogamme angeboten. Diese Info finden Sie meist auf der Homepage des Brokers.

Als Hardwarevoraussetzung sind oft aktuelle Pentium PCs mit ISDN Anbindung bereits ausreichend. Zu Ihrem eigenen Interesse sollten Sie auf hochwertige Komponenten setzen, da Systemausfälle teuer werden können. Auch die Systemabsicherung durch Datenbackup und unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sollten Sie nicht vernachlässigen.

Das Gleiche gilt natürlich auch für den Internetprovider. Dieser muss Ihnen eine stabile und schnelle Internetverbindung gewährleisten, da plötzlich auftretende Verbindungsabbrüche hohe Verluste bedeuten können.

Gute Infos zum Thema finden Sie bei Day-Trading.de unter "Einsteiger -Ausrüstung".

Datenlieferanten

Professionelle Datenlieferanten stellen Ihnen gegen Gebühr umfangreiche Analysetools und Profi-Charts zur Verfügung, mit denen Sie Kauf- und Verkaufssignale ermitteln können.
Professionelle Datenlieferanten sind z.B. bis AG oder Tenfore.

Zum erfolgreichen Daytrading brauchen Sie Zugriff auf Realtime-Kurse und Einblick in die Markttiefe. Auch diese Informationen bekommen Sie von Datenlieferanten.

Über Level II erhalten Sie Einblick in die Markttiefe, d.h. im Level II Fenster sehen Sie die aktuellen Order der Marktteilnehmer, die eine bestimmte Aktie kaufen (Bid) oder verkaufen (Ask) wollen. Der Level II ist ein wichtiges Instrument für Daytrader und ist auch bei Direct Access Brokern erhältlich.

Markttiefe
Level II Markttiefe am Beispiel von Interactive Brokers.

Eine gutes Beispiel zu Level II gibt's bei Day-trading.de unter: www.day-trading.de/L2/Level2.html

Tipp:
Eine kostenlosen Einblick in die Marktiefe erhalten Sie bei Dexia. Dexia erlaubt Markttiefe 5, d.h. den Einblick in die in die 5 besten  Kauf- und  Verkaufslimite inkl. des zugehörigen Volumens für ein gewähltes Wertpapier, allerdings mit einigen Minuten Zeitverzögerung

Direct Access Broker

Zum profesionellen Daytrading empfiehlt sich ein Online-Broker, der ihnen eine Direct-Access Handelsplattform zur Verfügung stellt. Dieser sog. Direct Access Broker unterscheidet sich wesentlich von einem herkömmlichen Online-Broker.

Beim herkömmlichen Online-Broking handelt es sich um die elektronische Übermittlung einer Order an einen Makler oder Market Maker. Dieser nimmt die Order entgegen und platziert Sie im Markt. Nachteile sind dabei die Maklergebühren, die mangelnde Transparenz und vor allem die zeitliche Verzögerung. Herkömmliche Online-Broker sind daher für professionelles Daytrading eher ungeeignet.

Mit Direct Access sind Sie dagegen Trader und zugleich Ihr eigener Broker. Sie können selbständig Ihre Order in den Markt platzieren und gegebenenfalls blitzschnell stornieren.

Direct Access Broker bieten ihren Kunden professionelle Handelsplattformen, die sekundenschnelles Handeln und die volle Eigenkontrolle über die Orderausführung ermöglichen. Manche Broker verlangen neben den Gebühren für einen Round-Turn (Kauf und anschließender Verkauf eines Wertpapiers), zusätzlich eine monatliche Miete für die Nutzung der Handelsplattform.

Tradingplattform
Real-Time Handelsplattform bei Daytrade Austria.

Profi-Handelsplattformen finden Sie u.a. bei Daytrade Austria und Interactive Brokers.

Tipp: Nutzen Sie eine Testphase
Sie sollten Anfangs nicht gleich traden, sondern das Traden simulieren. Manche Broker bieten Ihren Kunden die Möglichkeit, kostenlos mit der angebotenen Handelsplattform für eine bestimmte Zeit zu üben. Sie können sich nach der Anmeldung die komplette Handelssoftware aus dem Internet herunterladen.

Je nach verwendeter Technologie handeln Sie mit verzögerten Kursen oder mit Kursen von einem vorhergehenden Handelstag. Einige Broker bieten auch eine vollwertige Tradingplattform zur Simulation mit Echtzeitdaten gegen Gebühr an. Das Ziel in der Testphase sollte die sichere Beherrschung der Handelsplattform sein.


Teil 3 - Handelsstrategien beim Daytrading

Wenn Sie sich mit Daytrading wirtschaftlich unabhängig machen wollen, müssen Sie sich wie bei jeder anderen selbstständigen Tätigkeit genauestens vorbereiten. Zu dieser Vorbereitung gehört das Ausarbeiten einer Handelsstrategie. Stellen Sie vor Beginn des Daytrading einen Handelsplan auf. Wählen Sie die Märkte nach ihrer individuellen Risikoneigung und Kontogröße aus. Es gibt mehrere Bereiche, die Sie beherrschen sollten.

Marktselektion

Als erstes müssen Sie sich für einen Daytradingmarkt entscheiden. Die beste Handelsstrategie ist nutzlos, wenn eine Order aufgrund fehlender Umsätze an der Börse erst nach einigen Stunden ausgeführt wird. Daher muss der Markt liquide sein, d.h. die meisten Aktien sollten ein Tagesvolumen von über 10 000 Umsätzen haben.

Des Weiteren setzt das Daytrading eine hohe Volatilität voraus, da aus kurzfristigen Kursschwankungen Gewinne realisiert werden müssen. Je größer die Schwankungsbreite eines Wertes an einem Tag ist, um so größer ist die Möglichkeit, profitable Trades zu erzielen. Umgekehrt ist natürlich auch das Verlustrisiko höher.

Moneymanagement

Für effizientes Daytrading müssen Sie vor jedem Trade entscheiden, wie viel Sie vom vorhandenen Eigenkapital einsetzen wollen.

Steigen Sie mit 100% Ihres Kapitals in einen Wert ein, den Sie über mehrere Stunden halten möchten, ist das Geld über den kompletten Zeitraum blockiert. Bietet sich in dieser Zeit ein guter, kurzfristiger Trade, hätten Sie keine Möglichkeit, diesen zu nutzen. Bei eher langfristigen Trades, sog. Position Trades, empfiehlt es sich daher, höchstens 50% des Kapitals zu investieren.

Bei sehr kurzfristigen Trades, sog. Scalp Trades, die nur einige Minuten dauern, können Sie dagegen durchaus mehr investieren. Investieren Sie allerdings nicht das komplette Kapital, da Sie nie auszuschließen können, dass sich dieser Trade doch längerfristig entwickelt. Mehr dazu erfahren Sie in Teil 4. Varianten des Daytrading.

Risikomanagement

Sehr wichtig für den Daytrader ist das richtige Risiko-Management, d.h. die Frage, wie viel Ihres Kapitals Sie bereit sind, bei einem Trade zu riskieren, also maximal zu verlieren.

Handeln nach dem "Prinzip Hoffnung" kann verheerende Auswirkungen haben. Emotionen wie Gier, Verzweiflung, Angst oder Euphorie erzeugen irrationale Entscheidungen. Aus psychologischen Gründen müssen Sie daher vor jedem Kauf entscheiden, bei welchem zwischenzeitlich niedrigeren Kurs Sie den Wert wieder verkaufen.

Die meisten Onlinebroker unterstützen die direkte Eingabe dieser sog. Stop Loss Marken ("Stopps") als Orderauftrag. Sollte der Kurs unter diesen selbst gewählten Wert fallen, wird automatisch der Verkaufsauftrag an die Börse weitergegeben. Bei sehr volatilen Märkten dürfen Sie diese Marke nicht zu knapp ansetzen, da sonst die Aktie zu früh verkauft wird, was zu häufigen Verlustgeschäften führt. Stopps bieten auch die Möglichkeit, Gewinne laufen zu lassen. Sollte eine Aktie steigen, kann allmählich der Stopp Kurs nach oben korrigiert werden.
Dadurch wird verhindert, dass Sie den Wert zu früh verkaufen und sich dadurch mögliche Gewinne entgehen lassen.

Routine bei der Verlustbegrenzung sowie Handlung und Emotionen absolut zu kontrollieren, sind wohl der schwierigste Teil des Daytradens.

Zeitmanagement

Da sich niemand über die komplette Handelszeit voll konzentrieren kann, sollten Sie sich einen individuellen Zeitplan erstellen. Es empfiehlt sich, zu Beginn und zum Ende der Handelszeit aktiv zu werden, da sich hier meist die interessantesten Kursbewegungen zeigen. An deutschen Märkten, wie z.B. dem Neuen Markt, ist auch der Zeitpunkt der Handelseröffnung der amerikanischen Börsen interessant. Hier zeigen sich Analogien, da der deutsche Markt häufig dem amerikanischen folgt.

Informationspolitik

Die technischen Aspekte des Daytradings, wie das Herausbilden von Strategien und Taktiken, sind relativ leicht erlernbar. Doch was nützen Ihnen diese Techniken, wenn Sie nicht rechtzeitig in Erfahrung bringen können, welche Aktien an welchem Tag besonders geeignete Kaufkandidaten sind? Aus diesem Grund müssen Sie die nötigen Wirtschaftsdaten kennen und auswerten können.

Wichtige Informationen wie Ad hoc Meldungen und News bekommen Sie im Internet. Nur ist hier Quantität nicht gleich Qualität. Sie müssen die wichtigsten Informationsquellen kennen und die einzelnen Informationen richtig einschätzen können.

Interessante Infos erhäten Sie auch den Online-Gesprächsforen, den sog. Brokerboards, denn hier werden stets die aktuellsten Trends diskutiert. Informationen zum Tagesgeschehen bekommen Sie bei Finanzsender wie n-tv, Bloomberg oder N24.

Fundamentaldaten-Analyse

Die Fundamentaldaten-Analyse beschäftigt sich mit den politischen, volkswirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung eines Wertes. Da Sie sich als Daytrader normalerweise nicht längerfristig für den Kurs einer Aktie interessieren, sind Sie nicht auf eine sehr ausgiebige Fundamentaldaten-Analyse angewiesen. Es reicht zu Wissen, dass ein Wert eine kurze, signifikante Kursänderung erleben könnte. Sie sind deshalb eher auf aktuellste Informationen angewiesen.

Eine Rolle spielt die Fundamentaldaten-Analyse allerdings bei einer speziellen Daytradingvariante, dem Newstrading. Mehr dazu erfahren Sie in Teil 4. Varianten des Daytrading.

Chartanalyse

Die Chartanalyse oder auch technische Analyse ist mit das wichtigste Instrument des Daytraders. Historische Verläufe von Aktien, Futures etc. lassen sich grafisch darstellen und mit finanzmathematischen Berechnungen, sog. Indikatoren, auswerten, um einen Trend für die Zukunft feststellen und nutzen zu können.

Umfangreiche Chart-Analysetools und Profi-Charts, mit denen Sie Kauf- und Verkaufssignale ermitteln können, erhalten Sie von professionellen Datenlieferanten.


Teil 4 - Varianten des Daytrading

Daytrading bedeutet wörtlich übersetzt Tageshandel. Als Daytrader wird normalerweise bezeichnet, der seine Positionen innerhalb des laufenden Handelstages glattstellt und am Ende der Handelssitzung nur noch Bargeld auf seinem Konto hat. Diese Definition ist nicht ganz richtig, denn es gibt einige Varianten des sog. Daytradings. Die Übergänge zwischen diesen Varianten sind allerdings fließend.

Overnighttrading

Overnighttrading beruht auf einer einfachen Strategie. Bei herausragenden Nachrichten wird kurz vor Handelsschluss eine Aktie gekauft, in der Hoffnung, dass die weitere Verbreitung der Nachricht am nächsten Tag zu einer über den Schlusskurs stehenden Eröffnung in der Aktie führen wird.

Swingtrading

Ein Swingtrader hält seine Positionen in der Regel zwischen einigen Minuten und einigen Stunden, je nach Ausgangssituation, Volumen und Liquidität im Markt. Ausgelöst wird ein solcher Swingtrade oftmals durch positive oder auch negative Nachrichten, die eine Aktie länger in die eine oder andere Richtung bewegen.

Bei den Nachrichten kann es sich z.B. um Gerüchte handeln, die in Brokerboards forciert wurden oder um Meldungen mit fundamentalen Hintergrund. Die Veröffentlichung von Quartalszahlen, Ad hoc-Meldungen, Aquisitionen oder Übernahmen von Unternehmen führen oft zu bedeutenden Kursbewegungen einzelner Aktien. Der oftmals benutzte Begriff Newstrading beschreibt auch diese Art des Tradens.

Positiontrading

Die von vielen Anfängern bevorzugte Art des Daytrading ist das Positiontrading. Es ist die etwas langfristiger ausgelegte Variante des Swingtradens. Bei dieser Form des Handels wird eine Position aufgrund einer fundamentalen Situation oder einer herausragender Nachrichten eröffnet und dann für einige Tage gehalten, maximal aber für eine Woche.

Diese Handelsart lässt sich bei geringer Kapitaldecke oder bei nicht ständiger Verfügbarkeit hervorragend einsetzen. Ziel ist die Vermehrung des Kapitals bei gleichzeitiger, kurzfristiger Beobachtung des Marktes, ohne ständig dem Marktgeschehen folgen zu müssen.

Scalptrading

Das sog. Scalptrading, auch Scalping gennant, ist die schwierigste Art des Daytrading. Der Scalper hat dabei meist die volle Kontrolle über das von ihm eingesetzte Kapital. Die Idee des Momentumscalping besteht darin, die Spanne zwischen dem Angebotskurs und dem Verkaufskurs auszunutzen, oder, wenn das nicht geht, dann mit einer genügend großen Position zu eröffnen, um mit einem Gewinn von $1/16 oder maximal $1/8 pro Stück die Position wieder zu verkaufen.

Die Schwierigkeit bei dieser Variante liegt in der notwendigen Erfahrung, die der jeweilige Trader mitbringen muss sowie in den hohen Hard- und Softwareanforderungen. Darüber hinaus benötigt man für diese Art des Handels eine genügend hohe Kapitaldecke, da aufgrund der geringen Gewinnerwartung, die zu eröffnende Position entsprechend groß sein muss.

Splittrading

Splittrading nutzt den Umstand, dass Aktien bei Bekanntgabe von Splits oder bei kurz bevorstehenden Durchführungen von Splits oft einen Kursanstieg erfahren. Die Bekanntgabe von Splits geschieht zumeist als Ad Hoc-Meldung, so dass man hier nur nach Veröffentlichung der Nachricht handeln kann. Bei kurz bevorstehenden Splits ist das anders. Man beginnt ein paar Tage vor dem anstehenden Split diese Werte zu beobachten. Oftmals zeigt sich eine erhöhte Volatilität, die man mit Splittrading ausnutzen kann.

IPO Trading

Beim IPO Trading nutzt der Trader den Umstand, das Aktien schon am ersten Tag oder aber kurz nach dem IPO (Börsengang) wieder verkauft werden, was für volatile Kurse in dem jeweiligen Wert sorgt.

Leerverkäufe - "Short Sales"

Ein Trader kann durch den sog. Leerverkauf mit fallenden Aktien Geld verdienen. An amerikanischen Börsen ist dies jederzeit mit einem "Short Sale" möglich. Ein Leerverkauf oder Short Sale ist der Verkauf von Aktien oder Waren, die der Verkäufer nicht besitzt, in der Erwartung, sie zu niedrigeren Preisen zurückkaufen zu können.

Trading mit Index-Futures

Beim Traden mit Index-Futures werden keine einzelnen Aktien gehandelt, sondern Terminkrontrakte sog. Futures, die sich auf einen bestimmten Index beziehen. Index-Futures sind z.B. der Nasdaq-Future und der S&P-Future in USA und der DAX-Future in Deutschland
(mehr unter: Teil 5: Daytrading mit Index-Futures).
Beim Trading mit Index-Futures handelt es wohl um die riskanteste Art des Tradens, da der Anleger einen Totalverlust und sogar noch eine Nachschusspflicht erleiden kann. Daher ist hier äußerste Vorsicht geboten. Auf dieses Terrain sollte sich nur der erfahrene Trader wagen


Teil 5 - Daytrading mit Index-Futures

Wegen der hohen Liquidität und Volatilität der Index-Futures sind diese ins Zentrum des Interesses von Spekulanten und Daytradern gerückt. Aufgrund der mittlerweile sehr weiten Verbreitung der Index-Futures gibt es mittlerweile auf fast jeden Leitindex einen entsprechenden Kontrakt.

Index Futures allgemein

Index-Futures haben im Gegensatz zu anderen Futures keinen bestimmten Basiswert. Sie beruhen auf einem Korb von ausgewählten Aktien, die einen Index repräsentieren. Dieser Korb entspricht beispielsweise beim DAX 30 den dort jeweils gelisteten Firmen. Ein Punkt im Dax-Future hat einen Wert von 25 Euro, ein Punkt im E-Mini Nasdaq Future einen Wert von 20 $ und ein Punkt im E-Min S&P Future einen Wert von 50 $.

Sie können Futurespositionen sowohl auf der Call- (long gehen) als auch auf der Put-Seite (short gehen) eingehen, d.h. Sie können auf steigende, bzw. fallende Kurse setzen. Bei einem Call wird ein Kontrakt traditionell gekauft und später nach Möglichkeit teurer wieder verkauft. Auf der Put-Seite läuft ein Leerverkauf ab. Nach dem anfänglichen Verkauf des Kontrakts wird versucht ihn später zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen.

Daytrading auf den Dax-Future

Handelbar sind Terminkontrakte nur auf ihren eigenen Handelsplätzen, den sog. Terminbörsen. Im Falle des Future-Dax ist es die EUREX. Hier können im Gegensatz zum traditionellen Parketthandel große Mengen an Kontrakten kostengünstig und vor allem schnell gehandelt werden. Für die Kontrakte wurden standardisierte Verfallstermine und Kontraktgrößen festgesetzt. Diese sind beispielsweise beim DAX-Future jeweils der dritte Freitag des Monats März, Juni, September und Dezember und der 25-fache Indexstand in Euro. D. h. bei einem Stand von 5150 Punkten 25 x 5150 Euro, also 128750 Euro.

DAX Future

Der Dax-Future bewegt sich (steigt und/oder fällt) fast täglich genügend, um ihn handeln zu können. Gelegentlich können Sie an einem Tag über 100 Dax-Punkte erwirtschaften. Jeder Dax-Punkt entspricht 25 Euro pro Kontrakt. Wenn Sie einen Kontrakt auf den Dax-Future handeln wollen, müssen nur eine Sicherheitsleistung (Marging) bei Ihrem Broker hinterlegen. Bei den meisten Brokern entspricht diese Marginghöhe einem Betrag von ca. 15.000 Euro. Da allerdings Futures mit jeder Punkteveränderung in die Gegenrichtung 25 Euro Verlust bedeuten, ist dieses Finanzpolster bereits ab 600 Punkten Verlust aufgebraucht. Sollten in einem solchen Fall keine weiteren Sicherheiten seitens des Händlers erbracht werden, wird die Position automatisch von der Clearingstelle der Börse geschlossen.

Um eine ständige Liquidität an den Terminbörsen zu garantieren, wurde an der EUREX ein sogenanntes Market Maker System eingerichtet. Dies garantiert dem Käufer bzw. Verkäufer eines Kontrakts, dass zu jeder Zeit der Kontrakt zu einem fairen Preis wieder geschlossen werden kann. Hierfür generiert das System ständig ein bestimmtes Angebot- und Nachfragevolumen.

Daytrading auf den DAX-Future in der Praxis

Das Daytrading auf den Dax-Future hat den Vorteil, dass Sie nur den Markt beobachten müssen und auf die aufwendige Analyse einzelner Aktien verzichten können. Mit Realtimekursen und einem Analyseprogramm verfolgen Sie die Kursentwicklung auf dem Bildschirm ab Börsenöffnung.

Bei Erreichen eins gewünschten Kursniveaus gehen Sie eine Position ein. Die Position wird nach Ihrer Wahl im Tagesverlauf geschlossen, spätestens mit "exit on close" bei Börsenschluss. Sie handeln nach Indikatoren, die anhand des Chartbildes erzeugt werden. Weitere Kriterien, sind aktuelle Informationen über Konjunkturdaten, Zinsänderungen. Auch die Eröffnung der Wallstreet kann Sie zu Kauf bzw. Verkaufsentscheidungen bewegen. Sollte einer dieser Indizes schlecht eröffnen und ein Indikator noch ein Verkaufsignal generieren, können Sie mit einem Minus beim DAX rechnen.

Überwachen Sie deshalb ständig den Kursverlauf des Dow Jones, der NASDAQ, des S&P 500 und des NEMAX. Sollten hier besondere Ausschläge nach oben oder unten eintreten, ist oft mit einer ähnlichen Reaktion des DAX zu rechnen.


Anhang - Linkliste zu den einzelnen Teilen

Links zu Teil 1 - Einführung

  • Daytrading Unsiversity:   www.daytrading-university.com
    Bietet Training für Daytrader und solche die es werden wollen. Viele Angebote auch mit Testmöglichkeit. Das Angebot gibt's allerdings nur in englisch.

  • tradewaire Daytrader-Test:   www.tradewire.de/mc/mc1.php3
    20 Fragen mit denen Sie testen können, ob Sie sich zum Daytrader eignen.

  • Daytrading-Info:   www.daytrading-info.de
    Website für Daytrader und alle, die es werden wollen.
    Online-Seminare für Einsteiger und Fortgeschrittene.

  • DayTrading-Service:   www.daytrading-service.de
    Richtet sich an alle Daytrader und solche, die es werden wollen. Biete u.a. Grundkurse.

  • Day-trading.de:   www.day-trading.de
    Viele Infos zum Thema u.a. Ausrüstung, Brokerwahl, Level II und mehr.

Links zum Teil 2 - Voraussetzungen

  • Day-trading.de:   www.day-trading.de
    Viele Infos zu Ausrüstung, Brokerwahl, Level II und mehr.

  • Daytradebroker-Test.de:   www.daytradebroker-test.de
    Die wichtigsten Futures-Broker im Vergleich.

  • Datenlieferant bis AG:   www.bis.de
    Bietet automatisch aktualisierte Realtimekurse und Analysetools.

  • Datenlieferant Tenfore:   www.tenfore.de
    Bietet Datenanalyse, Echtzeit Kursangaben und Finanzinformationen.

  • Broker Daytrade Austria:   www.daytradeaustria.com
    Bietet Vorträge und Seminare, die den Umgang mit der Software erläutern.

  • Broker Interactive Brokers:   www.interactivebrokers
    Trading-Hilfen finden Sie im gut besuchten deutschsprachiges Forum des Onlinebroker

  • PFG Daytrading Simulation:   www.pfgbest.com/simulated_trading/index.asp
    Ermöglicht "Simulated-Trading" mit einem Virtuellen $50 000" Test Account (englisch).

Links zu Teil 3 - Handelsstrategien:

Links zu Teil 4 - Varianten

Links zuTeil 5 - Index-Futures

  • uptotrade:   www.uptotrade.de
    Unter dem Menüpunkt "EU-Navigator" finden Sie den DAX-Future .

  • Fimatexd:   www.fimatex.de
    Preisliste zum Future-Kontrakhandel.

  • eltee:   www.eltee.de
    Informationen zu den einzelnen Futuremärkten.
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