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Aktuelles Thema 06/2005

Squeeze-out das böse Spiel mit den Minderheitsaktionären

Übersetzt bedeutet Squeeze-out so viel wie herausdrängen, auspressen. Besitzt eine Börsengesellschaft mindestens 95% der Anteile, kann sie die verbleibenden Minderheitsaktionäre hinausdrängen.

Eine direkte Enteignung der der Minderheitsaktionäre findet jedoch nicht statt, da der Mehrheitsaktionär ein Übernahmeangebot machen muss. Dieses Angebot unterliegt meist einer gerichtlichen Prüfung.

Lehnen die Minderheitsaktionäre das Abfindungsangebot ab, kommt es zu einem so genannten Spruchstellenverfahren. Oft setzen Anleger hierbei noch einen Aufschlag durch. Der Kurs ist meist vor dem Schiedsspruch nach unten abgesichert, da vom ersten Übernahmeangebot schon mal ein bestimmter Betrag steht.

Für Spekulanten sind deshalb solche "Squeeze-out-Aktien" besonders interessant.

Für das Unternehmen ist es meist von Vorteil auch die restlichen Aktien in ihren Besitz zu bekommen,da sie die Kosten für die Börsennotiz samt der zahlreichen Formalitäten sparen können.

Der Fall T-Online

Im Fall der T-Online-Aktien haben die Aktionäre beim Börsengang 27 Euro bezahlt und das Risiko der StartUp-Phase übernommen. Jetzt nach dem das Unternehmen in der Gewinnzone ist, werden sie wahrscheinlich mittels eines Squeeze-out mit gut 9 Euro abgespeist. An der weiteren Entwicklung des Unternehmens können die ehemaligen T-Online-Aktionäre nur über Telekom-Aktien in sehr verwässerter Form teilhaben. Die Telekom will ihre Tochter bis Ende des dritten Quartals 2005 übernehmen und mit ihrer Festnetztochter T-Com verschmelzen.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (Sdk) klagt

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat beim Landgericht Darmstadt Klage gegen die Verschmelzung von T-Online mit der Deutschen Telekom eingereicht. Die SdK erklärte, dass es sich bei dem Vorgehen der Deutschen Telekom um einen massiven Verstoß gegen die Treuepflicht eines Großaktionärs handelt, zumal beim Börsengang das Risiko einer Wiederverschmelzung nicht einmal angedeutet wurde.
Weitere Infos zu Thema unter: http://www.computerwoche.de/...

Fazit:

Ein Squeeze-out kann durchaus sinnvoll sein. Macht jedoch das Geschäftsgebaren der Deutschen-Telekom Schule, wird das das Vertrauen der Anleger in den Aktienmark langfristig geschädigen.

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