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Aktuelles Thema - 02/2003

TecDAX und Co. - Die neuen Börsenindizes der Deutschen Börse AG

Zum 24. März 2003 ändert sich die Indexwelt der Deutschen Börse. Der Deutsche Aktienindex DAX umfasst weiterhin die nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung 30 größten deutschen Werte. Der nachfolgende MDAX wird von 70 auf 50 Werte verkleinert und steht zukünftig auch ausländischen Unternehmen offen. Der SDAX bleibt weiterhin der Index für die 50 nächst kleineren klassischen Werte.

Neu ist die Einführung des 30 Werte umfassenden TecDAX und die Abschaffung des Neuen Marktes. Der NEMAX 50 wird parallel zum TecDAX bis voraussichtlich Ende 2004 weiter berechnet.


Die neuen Segmente: Prime und General Standard

Die neuen Börsenindizes

Die beiden Segmente Prime Standard und General Standard bilden die Grundlage für das neue Indexkonzept.

Alle Auswahlindizes der Deutschen Börse sind im Prime Standard abgebildet.

Im Segment General Standard genügt es, den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Wer jedoch im neuen Prime Standard aufgenommen werden möchte, muss folgende Auflagen erfüllen:
  • Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderungen.
  • Die Rechnungslegung nach internationalem Standard (IAS oder US-GAAP).
  • Veröffentlichung von Quartalsberichten.
  • Mindestens eine Analystenkonferenz pro Jahr.
  • Ad-hoc-Mitteilungen in Deutsch und Englisch.

Über 500 Aktiengesellschaften nehmen diese Hürde. Die Deutsche Börse will damit erreichen, dass Bilanzen vergleichbar und kursrelevante Nachrichten schneller bekannt werden.

Tipp: Bei Boersennotruf.de gibt's eine kompakte Beschreibung der wichtigsten nationalen und internationalen Indizes.


Good by NEMAX - Hello TecDAX

Nach knapp sechs bewegten Jahren wird die Deutsche Börse den Neuen Markt beerdigen. Als Ersatz wird der TecDAX als Index für Technologieunternehmen eingeführt. Ihm werden 30 Werte angehören, die sich zu einem großen Teil aus ehemaligen Titeln des Neuen Marktes rekrutieren. Es werden aber auch eine Hand voll ehemals im MDAX vertretener Unternehmen dazu kommen.

Die meisten der 30 Kandidaten dürften bereits jetzt feststehen. Die Commerzbank Securities (ComSec) erwartete am 7. Februar 2003 folgende TecDAX-Startzusammensetzung (mit erwartetem Indexgewicht in Prozent ):

  • Aixtron - 3,72%
  • AT & S - 2,15%
  • BB Biotech - 10,00%
  • Drägerwerk - 2,38%
  • Elmos - 1,06%
  • Epcos - 9,00%
  • Evotec - 1,11%
  • FJA - 1,51%
  • Funkwerk - 0,79%
  • GPC Biotech - 0,89%
  • IDS Scheer - 1,48%
  • Intershop - 0,74%
  • IXOS Software - 1,48%
  • Jenoptik - 5,36%
  • Kontron - 1,67%
  • Lion Bioscience - 1,21%
  • Medigene - 0,74%
  • Micronas - 7,98%
  • MobilCom - 1,12%
  • Nordex - 1,29%
  • Pfeiffer Vacuum - 3,02%
  • Plambeck - 1,01%
  • Qiagen - 10,00%
  • SAP SI - 3,01%
  • SCM Microsystems - 0,99%
  • Singulus Technologies - 8,22%
  • Software AG - 2,98%
  • T-Online - 10,00%
  • United Internet - 3,39%
  • Wedeco - 1,70%


-- Nachtrag vom 17. Februar 2003 -- Die genaue Zusammensetzung von DAX, MDAX, TecDAX und NEMAX50 zum 24. März 2003 kann mittlerweile als Excel Datei von der Webseite der Deutschen Börse AG heruntergeladen werden.

Was tun mit NEMAX 50 Werten, die künftig nicht dem TecDAX angehören?

Bei Aktien aus dem NEMAX 50, die künftig nicht dem TecDAX angehören, besteht die Gefahr, dass für sich diese Titel künftig niemand mehr interessiert. Ähnlich ist die Situation bei NEMAX 50 Indexzertifikaten. Falls Sie solche Werte verkaufen wollen, kann es sich lohnen, bis zum 21. Februar zu warten. Denn wenn die geplante Neuregelung der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen Gesetz wird, können Sie diese Verluste dann gegen entstandene Gewinne verrechnen.

Die Deutsche Börse wird den NEMAX 50 bis 2004 offiziell weiterberechnen, so dass die Banken eine klare Grundlage für die Kursstellung der NEMAX 50 Zertifikate haben.

Danach gibt es dann zwei Möglichkeiten:
Entweder die Banken zahlen Ihnen die Papiere zum fairen Wert zurück (die außerordentliche Kündigungsmöglichkeit bei Wegfall des Underlyings, steht in fast jedem Verkaufsprospekt), oder sie berechnen den NEMAX 50 in Eigenregie weiter – das bedeutet viel Aufwand und ist deshalb wenig wahrscheinlich.


Die 18 Branchenindizes des Prime Standard

Für die Unternehmen im Prime Standard wird es insgesamt 18 Branchenindizes geben:

  • Automobilbranche
  • Banken
  • Bauindustrie
  • Chemie
  • Energie/Rohstoffe
  • Finanzdienstleistungen
  • Handel
  • Industrie
  • Konsumgüter
  • Medien
  • Pharma und Gesundheit
  • Nahrungsmittel
  • Software
  • Technologie
  • Telekommunikation
  • Transport und Logistik
  • Versicherungen
  • Versorger

Quelle: www.deutsche-boerse.com

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